Ahnenforschung - aber wie?

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Irmgard
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Ahnenforschung - aber wie?

Beitrag von Irmgard » 12.02.2007 15:58

Wenn aus dem Gedanken: "ich würde ja gerne mal wissen, auf wessen Schultern ich stehe"- Gewissheit werden soll, dann stellt sich die Frage: wie fange ich an?

Gibt man bei Google oder einer anderen Suchmaschine seinen Namen ein und setzt den Begriff "Ahnenforschung" noch dazu, dann bekommt man in Sekundenschnelle eine Menge neuer 'Verwandte'. Aber sind es auch echte Verwandte oder nur Namens-Vettern?
Es hilft nichts, will man es richtig machen, dann muss ein jeder bei sich selber beginnen und über Vater und Großvater die Reihe zurück gehen. Man sammelt also in der Verwandtschaft erst alles an Dokumenten und Familienwissen.
Wir benötigen zur Forschung die Geburtsurkunden und zur Vervollständigung die Heiratsurkunde. Das Sterbedokument und berufliche oder sonstige Dokumente sind das 'Fleisch' des Stammbaum-Gerippes.
Für die Urkunden waren ab 1874 (in einigen Gegenden auch früher) die Standesämter des jeweiligen Wohnortes zuständig. Dort bitten wir um eine Kopie -nie um eine Urkunde- der vollständigen Abstammungsurkunde.(Musterschreiben bei Greve FAQ 'Erste Schritte') Mit Glück stehen dort viel mehr Daten, als auf einer einfachen Geburtsurkunde. Die Gebühren hierfür sind gesetzlich geregelt.
Während wir auf die Antwort warten, sollte die Zeit genutzt werden für das Einlesen in die Kurrent-Schrift und das Sütterlin. Ein geeignetes PC-programm zur Datenverwaltung muss ausgesucht werden und die Bezifferung der Ahnen nach Kekule ist uns nun ein Begriff.
Im günstigsten Fall treffen inzwischen die Kopien ein und nun wird es spannend!
Welche Religion an welchem Ort? Waren die Ahnen katholich in Kleindingelsdorf, dann hilft der PC die Anschrift der passenden Kirchengemeinde zu finden.
Nun gibt es zwei Wege: man ruft an oder schreibt, wie schon vorher ans Standesamt, nun an die Gemeinde. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, daß ein Telefonat mir so manchen Brief und manches Warten ersparte, weil man mir sofort mitteilen konnte, daß keine Bücher in der Gemeinde sind, sondern in einem Archiv lagern, oder man selber lesen muß zu bestimmten Geschäftszeiten.
Archive suchen nur gegen nicht geringe Gebühr, wenn überhaupt! man muss also selber anreisen, selber lesen und vorher schon wissen, was man sehen möchte. Wie die Archivbenutzung im speziellen Fall gehandhabt wird, erfährt man über Google.
Hat man das Problem, nicht reisen zu können, dann sollte man lernen familysearch zu nutzen und nicht vergessen, die dort gefundenen Daten zu überprüfen. Dazu bestellt man die Filme in einer der Geschäftsstellen zur Einsicht.
Ansonsten helfen Forscherkontakte .. und die finden sich in Vereinen und im Internet.
Der Reiz der Genealogie ist das Suchen und die Beschäftigung mit den Lebensumständen anderer Zeiten - das Finden von Daten ist nur die Belohnung für unsere Ausdauer.
Und ganz am Schluss steht vielleicht sogar die Erklärung für unseren Familiennamen.

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