vergeudet

auch Off-Topic oder Plauderecke genannt.
Hier kann man sich auch mal ungezwungen abseits der Ahnenforschung und Heraldik austauschen.
Irmgard
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vergeudet

Beitrag von Irmgard »

ich mag die ver-Worte bekanntlich genauso wenig wie <viel-leicht>.

Sie sind negativ besetzt, wie ver-irren, ver-saufen, ver-lieben, ver-trauen, ver-träumt, ver-laufen, versprochen und nun lief mir gerade ein besonders schönes ver-Wort über´s Herz :

"vergeudet".

geudet = gevdet im Sinne von <gegeben tun/haben>
oder ver-geudet : geudet = gaudi = gut-tun?
... ver-gut-don/than ..

kann man etwas vergut-tun?
das wäre dann doch schlecht getan?
wie ver-schleudert .. ver-schluurt? (ungenau)
ver-loren , wie ver-luurt (ver-sehen)

... hm
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!
Tymberwolf
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Re: vergeudet

Beitrag von Tymberwolf »

Irmgard hat geschrieben:ich mag die ver-Worte bekanntlich genauso wenig wie <viel-leicht>.

Sie sind negativ besetzt, wie ver-lieben, ...
:?: Tymberwolf :?
Irmgard
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RE: Re: vergeudet

Beitrag von Irmgard »

fragenden Hundeblicken kann ich kaum widerstehen..
Ja, die Frage wäre es wohl wert, an anderer Stelle erörtert zu werden.

Es gibt zwar den Begriff 'verlieben' und auch 'verfeinden', aber es gibt kein ver-freunden... schon bemerkt?

Zurück zu meinem Wort ver-geuden, das für mich mit seinem Wortsinn ein guter Vertreter für ver-Worte ist.
geud / geuden Ableitung in verschiedener Bedeutung von :
gähnen (das Maul aufreissen),
großtun (Gaudium),
gierig (zuviel);
geben (nehmen)

den Begriff <gähnen> charakterisiert:
man giert (nach Luft) - man gähnt mit weit geöffnetem Mund gierig und gibt /nimmt zuviel auf einmal, im Glauben etwas Gutes/ Freudiges zu tun. Dabei ist man blind und taub (unkontrolliert= willenlos / maßlos[= ver]) und merkt erst danach, daß man (sich) keine Freude gemacht hat, sondern sich erst recht abgekämpft und zerschlagen fühlt - ausgehaucht.
eine weitere Ableitung:
-> Verschwendung = verschwinden..

jaja.. auch ich liebe Worte.. *gäääääähn* sorry..
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Thomas_Buchal
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Beitrag von Thomas_Buchal »

Hallo Irmgard!

Es gibt nicht nur Negativ-Worte mit der Vorsilbe "ver-". :wink:

Nicht zu vergessen (hier als positiver Wort-Bezugspunkt) sind z.B.

# vergeben
# verzeihen
# vertauschen (kann positiv oder negativ sein, was von den Begleitumständen abhängt) :wink:
# verloren / verlieren (... kann man auch negative Dinge, Sachen, Ansichten, Zustände [z.B. Krankheiten], was dann also wieder als positiv zu werten ist)

LG
Thomas
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Irmgard
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Beitrag von Irmgard »

Hallo Thomas,

danke für deine Gedanken - muß ich erst mal verarbeiten ;-)

lieben Gruß.. Irmgard
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!
Tymberwolf
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Re: vergeudet

Beitrag von Tymberwolf »

Irmgard hat geschrieben:"vergeudet".

geudet = gevdet im Sinne von <gegeben tun/haben>
oder ver-geudet : geudet = gaudi = gut-tun?
... ver-gut-don/than ..

kann man etwas vergut-tun?
... ohne (meine) Wertung folgendes: :lol:
Jörn Schramm hat geschrieben:Gesucht habe ich nach dem Wort "vergeuden". Es liegt so nahe, und ich wollte wissen, ob es vielleicht auch mit "Gaudi" verwandt ist. Wenn ich mein Geld nur in Gaudi stecke, habe ich es ja auch vergeudet (das dann natürlich "vergäudet" geschrieben werden müsste) ...
Tymberwolf
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RE: Re: vergeudet

Beitrag von Tymberwolf »

wie schon bei den FN - es kommt auf das Umfeld an:

vergeuden = verschwenden = urassen.

http://www.oesterreichisch.net/oesterre ... assen.html
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Thomas_Buchal
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Beitrag von Thomas_Buchal »

Die meisten Dinge besitzen mindestens zwei Seiten, können also positiv und negativ sein (gewertet werden), oder gar einen "Zwischenzustand" besitzen. :wink:
Das Wichtigste dürfte eben der Bezugspunkt sein, an dem man selbst steht, bzw. von dem man "betrachtet".

:lol: :lol: :lol:

LG
Thomas
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Irmgard
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Beitrag von Irmgard »

stimmt Thomas, wie es auch nicht nur eine Wahrheit gibt.

Sehe ich jedoch das Präfix "ver" für sich, so bezeichnet es einen unkontrollierten, unwillkürlichen, zufälligen Zustand der vom _ist_ abweicht.
laufen = verlaufen
singen = versingen
tun = vertun
usw..
ich laufe, ich singe, ich tue lieber als mich zu verlaufen, zu versingen, zu vertun -
verzeihen hat kein echtes "ver" ; wie auch die Vernunft und der Verstand nicht in diese Regel passen.
Oder empfinden wir Verstand, Vernunft und Vergnügen am Ende doch ebenso unwillkürlich und unkontrolliert..? ich habe da so einen Verdacht: ... ist denken ... zufällig Zufall? ;-)

lieben Gruß...
Irmgard, schön, dich hier wieder öfter zu sehen, Thomas!
Tymberwolf
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Beitrag von Tymberwolf »

Irmgard hat geschrieben:... ich habe da so einen Verdacht: ... ist denken ... zufällig Zufall? ;-)
l
Irmgard,

man/frau sollte sich hüten (verhüten) falsch zu denken [verdenken = übel nehmen, krumm nehmen, verübeln,]
um nicht mit einen falschen Verdacht einen Verfall zu riskieren.

Tymberwolf
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