Wieviele Familiennamen?

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Holger Ranisch

Wieviele Familiennamen?

Beitrag von Holger Ranisch » 15.11.2002 18:08

Jeden Tag begegnen einem Familiennamen, die man noch nie zuvor gehört hat. Offenbar gibt es sehr viele.
Das verwundert, weil zu der Zeit als die Familiennamen gebildet wurden, die Bevölkerung von Deutschland doch klein war.
Wieviele verschiedene Familiennamen mag es heute in Deutschland geben?

Genea

Re: Wieviele Familiennamen?

Beitrag von Genea » 15.11.2002 18:10

Genaue Zahlen kann da bestimmt keiner sagen.
Da damals viele des Schreibens unkundig waren, wurde der Name so geschrieben, wie er sich anhört.
Allein das führt zu vielen Schreibweisen. Man denke nur an Schmied, Schmidt, Schmitt, Schmit, ...
Durch Dialektik kamen sicherlich noch eine Menge Namen dazu, schließlich spricht ein Bayer einen Namen anders aus, als ein Friese.

Michael Jacob

Re: Wieviele Familiennamen?

Beitrag von Michael Jacob » 18.11.2002 14:00

In Deutschland wird es etwa 150000 Nachnamen geben, verschiedene Schreibweisen abgerechnet bleiben wohl noch etwa 20000 Nachnamen übrig.

Diese konnten auf vielfältige Weise entstehen (Berufe, Herkunft usw.).

Auf meiner Homepage http://www.familienbaum.de finden Sie etwa 50000 Nachnamen und einen Abriß über die Entstehung der Namen.

origo-ahnen

Re: Wieviele Familiennamen?

Beitrag von origo-ahnen » 27.11.2002 18:58

Bei der Formenvielfalt und landschaftliche Prägung des Familiennamenschatzes schätzt man das gegenwärtig die Anzahl der Familiennamen deutscher Herkunft >mehr als eine halbe Million beträgt<. Oberflächlich unterscheiden wir die Namengruppen: Familiennamen aus Rufnamen, Familiennamen nach der Herkunft, Familiennamen nach der Wohnstätte, Familiennamen nach Beruf, Amt und Stand, sowie Familiennamen aus Übernamen. Wie kommt es aber zu einem so umfangreichen Familiennamenschatz? Die Formenvielfalt der deutschen Familiennamen hängt u.a. mit dem häufigen Vorkommen von Schreibvarianten zusammen. Erst mit der Einführung des Standesamtes im Jahr 1874; kam es zu einer verbindlichen Schreibung der Familiennamen, bis dahin konnte sich ein-und-dieselbe Person nach Belieben z.B. Kramer o. Cramer, Kuntze o. Kunze, Jacobi o. Jakoby schreiben. Verschiedene Möglichkeiten der schriftlichen Wiedergabe von Lauten und Lautverbindungen, die meist ältere, z.T. auch regionale Schreibgepflogenheiten widerspiegeln, sind in den Familiennamenschreibungen erhalten geblieben.
ORIGO Familienforschungen >>> www.origo-ahnen.de <<<

M.Waas
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Re: Wieviele Familiennamen?

Beitrag von M.Waas » 10.12.2002 08:17

Die Bildung von Familiennamen war kein Prozess, der in wenigen Jahrzehnten abgeschlossen war; im Gegenteil er ist heute noch nicht abgeschlossen.
Weiter muß man zwischen Zunamen und wirklichen Familiennamen unterscheiden. Bis ins 17te Jahrhundert war der Vorname der wichtigere Name, alte Matrikel und Steuerlisten sind noch nach den Vornamen sortiert. Gab es mehrere Leute gleichen Vornamens, dann kam eben der Zuname ins Spiel. Dieser Zuname konnte in wenigen Jahrzehnten bei ein und der gleichen Person wechseln. Es sind Steuerlisten aus Köln bekannt, wo jährlich die gleiche Person ein anderen Zunamen hatte. Auch war man früher in der Wahl seines Zunamens frei, er konnte also jederzeit gewechselt werden. Es gab auch vielfach keine gemeinsamen Ehenamen. Die Frau des Herrn Meier konnte ihr Leben lang die "Schultin" nach dem Vatersnamen bleiben. Es konnte auch sein daß die Familie Meier plötzlich Schulte hieß.
Oftmals wurde aus dem Mühlenpächter Johann Schmidt - Johann Müller, oder es wurde der Hofname zum Familiennamen, sehr häufig in Bayern und in Westfalen.
Der Familienname wie wir ihn heute kennen, wurde erst duch das BGB nach der Reichsgründung durchgesetzt. In Ostpreußen und Friesland ist man noch lange Zeit danach ohne Familiennamen ausgekommen.

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