WEITHAS - Mannis Fernkurs Teil 1

Namen, die auf charakteristischen Merkmalen des ersten Namensträgers beruhen, sowie Neck-, Spitz- oder Scheltname, die zum Familiennamen wurden.
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Hendrik_Kutzke
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WEITHAS - Mannis Fernkurs Teil 1

Beitrag von Hendrik_Kutzke » 11.12.2005 11:47

Manni hat geschrieben: Kann ich nicht irgendwie bei dir ein Fern-Kursus machen?
Du stellst Manni eine Aufgabe und ich versuche sie zu lösen?
Wär für mich eine tolle Sache! Ehrlich...
Gruß Manni
... na, dann mal los Manni :)

Aufgabe 1: Bedeutung des FN WEITHAS
FN WEITHAS, WEIDHAAS, WEIDHASE, WEITHASE u.ä.

Tipp:
Immer in kleinen Schritten, damit ich etwas dazu sagen kann. Nicht gleich mit der vermeintlichen Lösung anfangen.
Anmerkung.
Ich habe den Namen auch noch nicht untersucht, ist also auch "Neuland" für mich.
Material:
WEIDHAAS, WEIDHASE, WEITHAS, WEITHASE in Thüringen, im Vogtland und in Sachsen.
Forschungen zur Etymologie des Namens, der sorbischer (westslawischer) Herkunft ist. Das älteste bisher zu sichernde „Wurzelgebiet“ der Weidhaas und ähnlich geschrieben in Thüringen, im Vogtland und in Sachsen ist ein eng umgrenzter Raum. Dieser liegt etwa im Bereich der ehemaligen Herrschaft Burgk an der mittleren Saale in Thüringen mit den Städten Pösneck und Schleiz und Orten der Umgebung von Burgk. Es ist der mittlere Abschnitt des ehemaligen LIMES SORABICUS, einer Grenzbefestigungs- und Angriffszone aus der Zeit der beginnenden deutschen Ostkolonisation, um in das Siedlungsgebiet der westslawischen Sorben (Wenden) vorzudringen. Dieses reichte seit dem 7. Jahrhundert n.Chr. vom Flussgebiet der Saale und Elbe bis an die südliche Ostsee und verkleinerte sich während erbitterter Kämpfe in den nachfolgenden Jahrhunderten bis zu den heutigen Ansässigkeitsgebieten in der Lausitz und im Spreewald.
Frühester, bisher zu sichernder Namensträger der Weidhaas, Weidhase, Weithas und Weithase in Thüringen, dem Vogtland und Sachsen ist Hanß WEYDEHASE * um 1380, + nach 1448, in den Jahren 1426 bis 1448 Hauseigentümer in Pösneck. Nachkommen sind durch drei Generationen ein Ratsgeschlecht der Stadt Pösneck.
Umfangreiche Teilstammfolgen unterschiedlichen Beginns bis in die heutige Zeit, dem Jahr 2004 mit Herkunfts- und Ansässigkeitsorten in Thüringen, im Vogtland und in Sachsen.
Es sind dies: Börthen, Burghammer, Crispendorf, Dittersdorf, Gera, Gören, Groschwitz,
Gütterlitz, Kirschkau, Leipzig, Löhma, Merane, Mülsen, Ölsnitz, Öttersdorf, Plauen, Pösneck, Radebeul bei Dresden, Schleiz, Stammbach im Landkreis Hof, Steitz, Triptis,
Zeulenroda und Zwickau.
Aus: http://bruscha.privat.t-online.de/

Hendrik [Mentor]

mein Name ist Hase..

WEITHAS - Mannis Fernkurs Teil 1

Beitrag von mein Name ist Hase.. » 11.12.2005 12:06

Spiekzettel für Manni ..*psssst

Waide = Versammlung. ein in preussischen quellen vorkommendes Wort (altpreusz. wayte, woytis, Ansprache, Besprechung, Versammlung
aus 14.Jahhd = "diss sint rechte, die in der Pomezenischen wayden getailet und fur recht funden sint"

weideler oder auff preusch weidulli oder weidulutten. später auch weideln für Zauberer..

-(h)as als Endung .. wie -er ?

datt irmileinchen...hoffentlich hab ich dich nu nicht zauberhaft verführt :-)

Gast

Beitrag von Gast » 11.12.2005 15:27

Hallo ihr Beiden,

Vielen Dank für diesen Kursus. Bin auch schon fleißig an Info sammeln.
Heute fährt meine Frau für 10 Tage weg und dann hab ich wieder richtig Zeit. Werde noch scannen für Irmgard und dann stell ich die ersten Schritte zur Lösung der "Weithasen" ein.
1. Deutungen von anderen Namenforschern (eher unwichtig)
2. Analyse der geographischen Verteilungen der Namen. ( Interessant, weil die vorgegebenen Orte in der Überzahl sind)

Bis später,

Manni :wink:

Irmgard
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Beitrag von Irmgard » 11.12.2005 15:42

Manni, meins hat Zeit!
- ich habe diese Woche volles Programm und muß mein geordnetes Chaos leider aufräumen. Ist doch die letzte Woche vor den Ferien..
Aber dann.. die Woche drauf.. dann kann ich alles wieder neu drappieren ;-)

lieben Gruß und viel Spaß!.. Irmgard

und nu halt ich mich zurück! - das kann ich gut..auch wenn mir das nie einer glaubt!
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!

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Hendrik_Kutzke
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Beitrag von Hendrik_Kutzke » 11.12.2005 17:28

Manni hat geschrieben:... stell ich die ersten Schritte zur Lösung der "Weithasen" ein.
1. Deutungen von anderen Namenforschern (...)
2. Analyse der geographischen Verteilungen der Namen. ( ...)
Hallo Manni,

dein erster Ansatz ist schon mal sehr gut.

Bitte erläutere uns doch wie die Analyse der geographischen Verteilungen der Namen zustande gekommen ist, bzw. zu welchem Zeitpunkt diese Verteilung gültig ist.

Hendrik

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Hendrik_Kutzke
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jeder Leser ist herzlich eingeladen

Beitrag von Hendrik_Kutzke » 11.12.2005 17:30

Hallo Forenmitglieder und Gäste,

jeder Leser ist herzlich eingeladen zur oben genannten Themenstellung einen oder mehrere Beträge zu schreiben.

Hallo Irmgard,
auch du solltest Manni tatkräftig unterstützen, auch wenn du schon 26 Schritte im Voraus bist :) mit deiner "Waide = Versammlung" und "(h)as als Endung .. wie -er (?)".
Für die Stoffsammlung ist das sehr gut.

Hendrik

Irmgard
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jeder Leser ist herzlich eingeladen

Beitrag von Irmgard » 11.12.2005 18:16

Hendrik, der Manni braucht sicher keine Unterstützung!

..aber ich gebe nach so einer netten Einladung gerne mal kurz meine Enthaltsamkeit auf und nenne noch einen Link, der zu einer anderen Deutung führt und eine wichtige Handelsstrasse benennt, auf der der Name WAID weitergetragen werden konnnte:

http://www.lextoday.de/Via_Regia

daraus zitiert :
aus dem Osten Holz, Felle, Wachs und Honig , und die Mitte steuerte den Färberwaid des Thüringer Beckens sowie die Bergbauprodukte Obersachsens bei. Die Via Regia stellte auch die direkte Verbindung zwischen den beiden großen Deutschen Messestädten Frankfurt am Main (Frankfurter Messe ) und Leipzig (Leipziger Messe ) her.

..Irmgard

Färberwaid - Wikipedia
Der Färberwaid (Isatis tinctoria) oder Deutsche Indigo ist eine zweijährige ... Beim Färberwaid handelt es sich eigentlich um einen Neubürger (Neophyten). ...
de.wikipedia.org/wiki/Färberwaid

Gast

Beitrag von Gast » 11.12.2005 19:18

Hallo Mentor und Irmgard,

Verbreitung des Familiennamen
WEIDHAAS/ WEIDHASE/ WEITHAS/ WEITHASE

1. Geographische Verteilung:
Erstellt mit **Geogen und Telefonbuchverzeichnissen von ‚goyellow’ (Stand 12. 2005)
( **Geogen steht für "geographische Genealogie", was so viel bedeutet wie ortsbezogene Ahnenforschung.)

Dargestellt sind auf den Geo-Karten etwa 287 Personen, also gerade genug um ein wenig Aussagekraft zu besitzen.
Es ist eine mittlere Konzentrationen in Thüringen, im Vogtland und in Sachsen zu erkennen und hier wiederum in den von dir genannten Städten Pösneck und Schleiz und Orte der Umgebung von Burgk.

Den Abzug und hier insbesondere ins Ruhrgebiet im 20.Jhdt würde ich durch die Kriegsfolgen und der Teilung Deutschland begründen.
Aussagekräftiger wären schon frühere Nachweise.
  • Bild
Diese Karten sind auf den Stand von DEZ. 2005

Verarbeitete Datensätze: 287, Erstellt: 11.12.2005

Aber Achtung:

Unweit von Pösneck liegt ein Örtchen Weida. Könnten hier unsere Hasen begraben sein!!?
  • Bild
Also Ortschronik betreiben...

Ich bleib am Ball!
Euer
"Ich hab Spass-Manni"

Irmgard
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Beitrag von Irmgard » 11.12.2005 19:28

für das wayd in all seinen Varationen gibt es sicher mehrere 'Quellen' oder sollen die eingangs vorgestellten Schreibweisen etwa zu einer Linie gehören?

Interessant wäre ferner, wenn jemand sorbisch / wendisch könnte und uns sagt, was das Wort in diesen oder der tschechischen Sprache bedeutet, falls es es dort gibt?

Zum nächsten: wer siedelte warum in dem Gebiet des Erstgenannten? wo kamen sie her? in welcher Form ist das Wort dort sonst wofür gebräuchlich?

...Irmgard.. jaja, hab meine 7 Meilen Stiefeln immer an :-)

und dann noch : Hendrik, für mich gerne Tutor - aber niemals Mentor!..
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!

Gast

Beitrag von Gast » 11.12.2005 19:40

Oh Mann,
bei mir dreht sich alles im Kreis:.
Seit jeher bevorzugten sie für ihre Siedlungen Talhänge in Wassernähe, wie man sie am Weidabogen vorfindet. Auch alte Flurnamen weisen auf die Existenz eines "slawischen Urweida" hin.
:roll: Manni

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