WEITHAS - Mannis Fernkurs Teil 1

Namen, die auf charakteristischen Merkmalen des ersten Namensträgers beruhen, sowie Neck-, Spitz- oder Scheltname, die zum Familiennamen wurden.
Beantwortete Beiträge werden auch im Namenlexikon verlinkt.
Irmgard
Stütze des Forums
Beiträge: 7002
Registriert: 25.12.2002 16:29

Beitrag von Irmgard » 09.01.2006 17:14

..>...Basis anlegen, d.h. nicht ich alleine! <

ich bin ja nur die Randfigur mit den Zwischenrufen.. *g
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!

Benutzeravatar
Hendrik_Kutzke
Stütze des Forums
Beiträge: 1122
Registriert: 08.04.2004 11:04

Beitrag von Hendrik_Kutzke » 10.01.2006 12:46

Ladies first ... ich trete gerne zurück!

Hendrik

irma

Beitrag von irma » 10.01.2006 12:54

auaaa - da steh ich schon..

Manni ist dran - ist sein Baby!

Irmgard

Gast

Beitrag von Gast » 10.01.2006 15:24

Hier bin ich ja schon,
brauch aber noch ein bißchen Zeit.. :lol:

Liebe Grüße Manni

Benutzeravatar
Hendrik_Kutzke
Stütze des Forums
Beiträge: 1122
Registriert: 08.04.2004 11:04

Beitrag von Hendrik_Kutzke » 10.01.2006 15:26

gut Ding will Zeit haben :)

Hendrik

Irmgard
Stütze des Forums
Beiträge: 7002
Registriert: 25.12.2002 16:29

Beitrag von Irmgard » 24.01.2006 00:39

und weiter :

waid(en) = Blaumachen im Sinne von Nichtstun. Das Garn wurde sonntags gebläut und mußte montags an der Luft oxydieren. So hatten die Färber montags frei, was zur Redensart des "Blaumachens" führte.

Waidhas als ÜN für einen blaumachenden Menschen, wobei nicht zu erkennen ist, ob er das Garn färbt und dadurch blaue Hände hatte oder ob er die Zeit des Nichtstuns über den Montag ausdehnte. Für Letztere Eigenschaft spricht die Endung -has

Nehmen wir Has für Hase so kommt zur Eigenschaft des Blaumachens die des dem Hasen nachgesagte verstärkend dazu, als da wären:
Gefährte der Ostara (germ. Frühlingsgöttin), wegen seiner Fruchtbarkeit verehrt, wegen seiner Schnelligkeit bekannt und fälschlich als Angsthase bezeichnet. Allerdings stimmt, daß Hasen sich nur auf die Hinterbeine stellen, wenn es gilt einer Häsin zu imponieren. Eitelkeit &Arroganz werden ihm deshalb zugerechnet.
Womit die Eigenschaften für einen Menschen, der ungern arbeitet, aber den Mädchen nachstieg, trefflich charakterisiert wären.

--------------------

nochmal zu Weithas
Weithas / Witthas / Wethas / Weithaws ist
a) die Bezeichnung für ein weißes Haus, wie
Weithaws
b) für ein Waidhaus und
c) für ein Waisenhaus bekannt ist

Weidhas / Weidhaas
Der Name Weidhas ist um 1500 in der Schweiz (Luzern) bekannt, bevor er 1590 als Weidhaas in Thüringen erscheint. Hier müßte eine Verwandtschaft nachzuweisen möglich sein, betrachtet man den Wanderweg zur Zeit der Bauernkriege. Aber selbst wenn nicht, so ist der Name in seiner Bedeutung verwandt, wenn er sich auf die Weide , speziell die Silberweide, bezieht.

Die Weide ist weißrindig (witt), silberblättrig (witt) und sie vermehrt sich von selber in einer Fülle wie der Hase im Frühling. So kann die Endung -has sowohl für Hase wie auch für -has = Wasser gelten.
Dazu bietet sie die erste Nahrung für die Bienen nach dem Winter.
Der Stellenwert der Weide in der Wirtschaft als Flechtmaterial für Körbe, Kiepen, Hausrat, Zäune und Uferbefestigung (durch schnelle Bewurzelung), Bindewerk, sowie in der Medizin und als Gerbstoff in der Lederverarbeitung ist mit dem Anbau und Verkauf des Waid sicher gleichzusetzen, nur nicht regional begrenzt und durch die Verbreitung nicht hervorgehoben.

Zitat von Manni Seite 1
Seit jeher bevorzugten sie für ihre Siedlungen Talhänge in Wassernähe, wie man sie am Weidabogen vorfindet. Auch alte Flurnamen weisen auf die Existenz eines "slawischen Urweida" hin.
Waid(h)a(er)s als Herkunftsname zum Ort / Fluß Waida
vergleichend Namenentstehung für Fulda unter Berücksichtigung, daß F und W gleichlautend sind:
Zitat:
Historische Namensformen: Urkundlich sind folgende Namen überliefert. Aus dem Jahr 750 Uulta und Uulthaha, von 751 Fulda, von 752 Uuldaha, vor dem Jahr 769 Fulde, und im 16. Jahrhundert Fuld, Fult und Fuldt.

Folgende Möglichkeiten der Verwandtschaft werden angeführt: Altsächsisch: folda, Angelsächsisch: folde (Erde, Boden), das Grundwort scheint aha (Wasser, Fluss) zu sein, deshalb auch Fuldaha, Uultaha und Uuldaha. Man geht davon aus, dass der ursprüngliche Gewässername Plta gelautet hat. ...Zitat Ende
Q:http://de.wikipedia.org/wiki/Fulda_(Sta ... nsherkunft

.. Irmgard
Zuletzt geändert von Irmgard am 24.01.2006 11:14, insgesamt 3-mal geändert.

Irmgard
Stütze des Forums
Beiträge: 7002
Registriert: 25.12.2002 16:29

Beitrag von Irmgard » 24.01.2006 09:14

zur Weide
von Seite 1:
Waide = Versammlung. ein in preussischen quellen vorkommendes Wort (altpreusz. wayte, woytis, Ansprache, Besprechung, Versammlung
aus 14.Jahhd = "diss sint rechte, die in der Pomezenischen wayden getailet und fur recht funden sint"

weideler oder auff preusch weidulli oder weidulutten. später auch weideln für Zauberer..
Die Weide war im Volksglauben der Baum der Hexen und Geister und hatte den Ruf, Unfruchtbarkeit und Impotenz zu bewirken. Sie wurde deshalb immer mit Kummer und verlorener Liebe verbunden. Das Verbrennen von Weidenholz brachte Unglück! "Zauberstäbe" waren einst u. a. aus Weidenholz.
Die Weide ist Demetergeweiht, der Göttin der Fruchtbarkeit der Erde. Die Weide galt als heilender Baum, der die Fähigkeit besaß, Unheil und Krankheit durch einen Zauberspruch auf sich zu nehmen. Man stellte sich in die hohlen Weidenstämme und "verbannte" seine Krankheit (vor allem Gicht, Fieber) mit Gebeten. Die Druiden feiertenn das Fest der Wiedergeburt der Natur zur Zeit der Weidenblüten und steckten Weidenzweige in die Erde ihrer Felder um deren Fruchtbarkeit zu erhalten.

Schon Paracelsus, Hieronymus Bock, Lonicerus und Matthiolus empfahlen aus der Weidenrinde im Frühjahr gesammelte, ganze, geschnittene oder gepulverte, getrocknete Rinde junger Zweige als Heilmittel - äußerlich gegen Warzen und Hühneraugen, innerlich als Fiebermittel (als Ersatz für Chinari), weshalb sie auch als "Europäische Fieberrinde" bezeichnet wurde. Aspirin enthält übrigens den gleichen Wirkstoff wie die Weidenrinde. Sie gilt als kühlender Baum, der auch die sexuelle Hitze bremst. Bei den Christen wurde sie daher zur Linderung der Lust und Unkeuschheit in Klostergärten gepflanzt.
Q:http://www.zauber-pflanzen.de/salix.htm

Irmgard
Stütze des Forums
Beiträge: 7002
Registriert: 25.12.2002 16:29

Beitrag von Irmgard » 24.01.2006 09:53

ich fasse zusammen:

als Ursache zu benennen sind
1. Wasser
2. Weide und Waid (Pflanzen) ;
3. Waid (Jagd & Fischerei)
4. weit und weiß (u.U. auch Wissen, weise?)
5. Herkunft (Ort & Fluß)

was vergessen?
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!

Irmgard
Stütze des Forums
Beiträge: 7002
Registriert: 25.12.2002 16:29

Beitrag von Irmgard » 26.01.2006 04:52

ja!

Die Endung

has = slaw. Wasserwort (edit. Ergänzung: Teil eines slaw. Wasserwortes)
has = (h)as = ers zur bildung des Familiennamens
haas = Hase

Meiner Meinung nach ist die Endung zwar jeweils der Schlüssel zur Bestimmung der Deutung, aber wegen der Verwechselbarkeit vielleicht im Laufe der Zeit aus Unkenntnis falsch angewendet.
So konnte aus einem '-has' ein '-haas' geworden sein.
Eine Besonderheit, die sich im Einzelfall aber bei sauberer Recherche und mit etwas Glück auflösen lässt.
Zuletzt geändert von Irmgard am 26.01.2006 13:20, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
Hendrik_Kutzke
Stütze des Forums
Beiträge: 1122
Registriert: 08.04.2004 11:04

Beitrag von Hendrik_Kutzke » 26.01.2006 13:17

Irmgard hat geschrieben: has = slaw. Wasserwort
stöhn! achz!
Bild
es wird wohl Zeit, dass ich hierzu was schreibe, aber z.Zt. habe ich wenig davon und kurze Einwürfe sind für Mannis zu wenig, also bitte nicht drängeln (schieben)Bild
Trotzdem hier ein kurzer Einspruch:
Ich meine jetzt nicht Irmgard, aber allgemein werden Wasserwörter immer dann gern zu Rate gezogen, wenn man nicht mehr recht weiter weis. Slawische Wasserwörter erscheinen mir noch schlimmer zu sein
Bild
Die Ableitung von einem Wasserwort ist und war immer wieder mal Mode und weit verbreitet.
Dabei wurde und wird fleißig alles Mögliche aus möglichst alten Wörtern für Wasser abgeleitet, ohne dabei die geringsten Skrupel für das Hauptproblem diese Vorgehensweise zu zeigen, nämlich, dass nur mit Rekonstruiertem gearbeitet wird.
Weiterhin ist dies eine rein sprachliche Betrachtungsweise, die weder für ON, ÖN und auch nicht für FN angezeigt ist. Es sollte immer einer ganzheitlichen Betrachtungsweise den Vorzug gegeben werden.

Hendrik Kutzke

Antworten