Sonderberufe

Einführung in die Namenkunde
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Irmgard
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Sonderberufe

Beitrag von Irmgard » 01.07.2006 22:52

Sonderberuf ist ein unscharfer Fachbegriff der Genealogie, der Berufe zusammenfaßt, deren familiengeschichtliche Erforschung häufig mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist.

Als Sonderberufe gelten seltene Berufe, die sich durch eine besondere Wanderungsintensität (siehe räumliche Mobilität) auszeichnen und bei denen sich Familienzusammenhänge oft erst nach einer regionalen Verkartung aller Berufsvertreter (oder Namensträger) zweifelsfrei nachweisen lassen. Sonderberufe im Sinne der Genealogie dürften demnach z. B. Förster, Jäger, Schäfer, Schweineschneider und Scharfrichter sein, bei manchen anderen Berufen ist es eine Ermessungsfrage und auch von der relativen Häufigkeit des Berufes in der jeweiligen Bevölkerung abhängig.

Sonderberufe vor allem und Berufe überhaupt sollten in allen genealogischen Arbeiten, insbesondere auch in Ahnenlisten, in einem besonderen Register ausgewiesen werden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sonderberuf

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Sonderberufe

Beitrag von Irmgard » 01.07.2006 22:54

Papiermacher

Ein Papiermacher ist ein Handwerker, der Papier herstellt, in der Regel in einer Papiermühle mit entsprechenden Produktionseinrichtungen.

In der größten Zahl der Fälle hat jeder leitende Papiermüller ein Wasserzeichen verwendet, das allein für seine Wirkungszeit typisch war.

Da die Papiermacher ein Sonderberuf mit einer ausgeprägten Berufstradition innerhalb bestimmter Familien waren, so ergänzen sich genealogische und Wasserzeichenforschung gegenseitig.
Aus diesem Grunde ist das Deutsche Buch- und Schriftmuseum in der Deutschen Bücherei in Leipzig zugleich Standort einer Papiermacherkartei (siehe Verkartung), in der die Daten von über 8.000 Papiermachern, Papiermühlenbesitzern, Lumpensammlern und Papierhändlern samt ihren Familien erfasst worden sind und einer Kartei der Papiermühlen mit den Papiermachern, die jemals auf ihnen erwähnt worden sind.
http://de.wikipedia.org/wiki/Papier#Ges ... erstellung

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Sonderberufe

Beitrag von Irmgard » 01.07.2006 23:00

mögliche Namen aus diesem Berufsfeld :

Büttner (Schöpfen von Büttenpapier)
Gautscher (gautschen= schöpfen)
Pulpe = Lumpen-/ Faserbrei
Hader althochdt. hadara, „Schafspelz“= alte Baumwoll- u. Leinenstoffe
Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte hört, es müsse sich dabei doch auch was denken lassen.

Fam.-Nam.-Bildung und Wort-/Begriff-Erklärung sind zweierlei! Wort- bzw. Begriff-Erklärungen führen zur Personifizierung eines Fam.-Namens und sind unbewiesene Spekulationen! Tatsächlich sind Fam.-Namen Adressen (wie ihre adligen Vorbilder) nach regionalen Regeln gebildetet aus Orts-/Örtlichkeitsnamen =Herkunftsnamen, die sich manchmal fälschlich als Worte lesen!

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